Rolls-Royce und John Deere – da steckt Kärnten drin!

Das Unternehmen Bifrangi gehört im europäischen Vergleich wohl zu den nachhaltigsten Unternehmen im Bereich der Produktion von Radlagern, Zahnkränzen und Getriebeverbindern. Aber was ist bei der Produktion von Maschinenteilen nachhaltig und warum spielt dabei der Standort Kärnten eine Rolle?

Vom Handwerksbetrieb zum international tätigen Konzern

In der Nachkriegszeit war der junge italienische Handwerker Francesco Biasion, der aus Mussolente in Venetien stammte, nicht von seiner Idee abzubringen, in der Heimat seiner Familie eine Schmiede zu eröffnen. Über 60 Jahre später leitet der damalige Gründer nach wie vor sein Unternehmen. Die mechanische Bearbeitung und die Weiterentwicklung der Gründeridee hat inzwischen sein ältester Sohn Roberto Biasion übernommen. Die italienische Schmiede ist mittlerweile zu einem international tätigen Konzern mit ausgezeichnetem Ruf und weiteren Produktionsstätten in Italien sowie in den USA gewachsen.

Krisensicherer Firmenstandort in Althofen

Das Schmiedehandwerk ist geblieben, wurde aber weiterentwickelt und spezialisiert. Dazu kamen Bearbeitungswerke in Großbritannien und der Standort mit dem modernsten Maschinenpark in Kärnten.

Ohne Bifrangi fährt kein 5er-BMW

Nachhaltig erfolgreich ist Bifrangi in Althofen auch deshalb, weil das Unternehmen seinen Kunden alles aus einer Hand anbieten kann – vom Schmiede-Rohling bis zur verbaufertigen Komponente. Wo Mitbewerber noch viel Handarbeit anlegen müssen, besitzt das Werk in Kärnten einen besonders hohen Automationsgrad. Dies ermöglicht einen Versand von täglich 20.000 Einzelteilen in alle Himmelsrichtungen. Auf die Frage, ob sich schwächelnde Fahrzeugverkäufe und die Weiterentwicklungen in Richtung E-Auto auf die Absatzzahlen auswirken, antwortet der Kärntner Standortleiter Jochen Schritliser stolz: „Ohne unsere Produkte bewegt sich kein 5er-BMW, kein John-Deere-Muldenkipper und auch kein Dacia. Radlager werden immer benötigt, unabhängig davon, welche Antriebstechnik eingesetzt wird.”

Neue Heimat für Hochtechnologie

Schritliser schwärmt von den Rahmenbedingungen, welche die italienische Gründerfamilie Biasion in der Region um St. Veit an der Glan vorgefunden hat. „Diese haben uns bei der Entwicklung des Standortes sehr geholfen. „Dabei war die Erfahrung der Gemeinde Althofen bezüglich Standortentwicklung sehr wichtig. In Rufweite von Bifrangi wurden bereits große Unternehmen – der international renommierte Auftragsentwickler Flex, die Treibacher Chemischen Werke, die Humanomed-Gruppe und der Naturholzplatten-Fertiger Tilly – erfolgreich angesiedelt.

Punktgenaues Service für Ansiedlungen

„Das Land Kärnten, die BABEG und die Gemeinde Althofen gingen schnell und kompetent auf die Wünsche von Bifrangi ein”, sagt Jochen Schritliser. „35.000 m² Bauland, davon 10.000 m² Produktion und für die zukünftige Werkserweiterung zusätzliche 80.000 m² als Optionskauf standen für die Ansiedlung in kürzester Zeit zur Verfügung. 2013 erfolgte der Spatenstich, 2014 begann die Produktion mit ihrer Arbeit.”

Mitten im Zentralraum Europas

Der Schritt, sich für einen Standort in Kärnten zu entscheiden, erfolgte für Bifrangi bewusst. Kärnten liegt zentraler im europäischen Wirtschaftsraum als Italien und daher näher bei den Kunden. Auch war es in Italien nicht mehr möglich, die Standorte flächenmäßig auszubauen. Die Nähe zu den Schmiedewerken in Italien besteht allerdings weiterhin – von hier erhält der Kärntner Standort das Rohmaterial.

Ein nachhaltiger Aufwärtstrend besteht auch in der Personalentwicklung des Stahlkomponentenherstellers in Althofen. 92 Mitarbeiter*innen beschäftigt der Kärntner Standortleiter Jochen Schritliser heute. Seit zwei Jahren bietet das Unternehmen zusätzlich eine Lehre zum Zerspanungstechniker sowie die Doppellehre Maschinenbau- und Elektrobetriebstechniker*in an. Mit offenen Armen nimmt Bifrangi gut ausgebildete CNC-Dreher*innen auf. Und vielleicht entwickelt sich damit Althofen auch zu einem weiteren Kompetenzzentrum für nachhaltig gesuchte Berufsgruppen.

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