Spidercam Robotics

Spannende, nahezu unmögliche Perspektivenwechsel, live und in höchster Qualität, machten Spidercam Robotics aus Feistritz im Rosental in der Broadcast-Branche weltweit bekannt. Mithilfe neuer Entwicklungskooperationen werden nun auch Greentech-Anwendungen für die Pflanzenforschung und für die exakte Positionsbestimmung der Roboter entwickelt.

Alles begann vor mehr als 20 Jahren im Elternhaus des heutigen Executive Sales-Managers Georg Peters in Landskron bei Villach. Die zu dieser Zeit noch statischen Kameraperspektiven bei Fußball-Liveübertragungen sollten nach der Idee seines Vaters dynamischen Kamerafahrten weichen, um Fußballfans vor den TV-Geräten sehr nahe an das Geschehen heranzubringen. Viel Tüftelei, Zeit und einige entwicklungstechnische Rückschläge waren notwendig, um ein weltweit völlig neues Kamera-Robotersystem zu entwickeln, welches emotional aufgeladene Eindrücke hautnah am Ort des Geschehens produzieren konnte. Am Ende revolutionierte dieses System das Fernsehen international.

International hoch im Kurs

Nur wenige Jahre später konnte man die Produzenten großer Live-Produktionen für sich begeistern und die ersten Dienstleistungsaufträge für UEFA- und FIFA-Spiele, gefolgt von ATP-Tennisturnieren begannen höchst erfolgreich zu laufen. “Es dauerte nicht lange, und bekannte TV-Sender fragten bei uns an. Publikumsnahe Kamerafahrten, zum Beispiel bei der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”, brachten uns anfänglich ordentlich ins Schwitzen”, so Georg Peters lachend. “Die Seilroboter mussten präzise an den Köpfen der Zuschauer:innen vorbeigeführt werden – das bedeutete äußerstes Fingerspitzengefühl.”

Headquarter in Südkärnten

Im attraktiven Gewerbegebiet in Feistritz im Rosental, in direkter Nachbarschaft zu Unternehmen wie Microporous, dem weltweit führenden Anbieter von Batterieseparatortechnologien oder M4P Material Solutions, Entwickler und Hersteller von Materiallösungen für Metall-3D-Print-Produkte, hat Spidercam Robotics die technische Zentrale eingerichtet. Hier entwickeln, warten und reparieren aktuell 16 Spezialisten die weltweit eingesetzten Kameraroboter des Unternehmens. Die Dependancen in Hamburg, in den USA und in Australien betreiben die Kärntner Entwicklungen weltweit als Dienstleister.

Peters schätzt seine Homebase in Kärnten sehr. Die teils komplexen Weiterentwicklungen der Systeme benötigen Know-how in den Bereichen Softwareentwicklung, Mechanik, Mechatronik und Robotik. Gut ausgebildete Abgänger von der Universität Klagenfurt, der FH Kärnten und aus den höheren technischen Lehranstalten sind erreichbar und werden bei uns gerne gesehen. “Schüler:innen kommen oft zu Besuch. Wir finden es auch persönlich großartig, dass engagierte Lehrpersonen alles tun, um einen praxisnahen Unterricht zu ermöglichen”, ist Georg Peters überzeugt. Er freut sich auch immer über Initiativbewerbungen.

Vom Stadion zur Satelliten-Antriebstechnik

Im Rahmen gemeinsamer Forschungstätigkeiten hat Spidercam laufenden Kontakt zu Bildungsinstitutionen. Mit dem Institut für intelligente Systemwissenschaften der Lakeside Labs in Klagenfurt wird aktuell am Projekt SCAMPI geforscht, wie in Zukunft, auch trotz unterschiedlicher äußerer Einflüsse, eine genaue Positionsbestimmung eines Seilroboters live noch viel genauer durchgeführt werden kann als bisher. Georg Peters schätzt in Kärnten ganz besonders den sehr nahbaren Umgang mit den Bildungsinstitutionen und Förderstellen. Kontakte sind schnell geknüpft, die Umsetzung und Finanzierung von Projekten gestaltet sich unkompliziert und die Fördermittel stehen schnell zur Verfügung. Auch das Institut für Robotik und Mechatronik des Joanneum Research im Lakeside Science & Technology Park, die ETH in Zürich oder das DFKI Bremen sind willkommene Projektpartner. Gemeinsam mit letzteren untersuchte Spidercam, wie man Satelliten im All einfacher und sicherer aneinander andocken kann. Das Seilroboter-System nutzte man dafür, um die kurzen Antriebszündungen der Satelliten in einer Quasi-Schwerelosigkeit zu simulieren.

Was bringt die Zukunft

Georg Peters denkt bereits an die nächsten Spidercam-Entwicklungen im Greentech-Bereich. Die Frage, wie und welche Pflanzen mit den sich ändernden Umweltbedingungen zurechtkommen, beschäftigt ihn und seine Forschungspartner sehr. Im Bereich der Phenotypisierung und der noninvasiven Messung von Pflanzenzuständen bietet Spidercam bereits neue Möglichkeiten an, welche die Nachteile von Drohnen und Kränen ausmerzen, arbeitet aber mit Nachdruck an einer Verbesserung der Technologie. Die Digitalisierung in der Agrar-Branche und die Idee des Bauernhofes 4.0 schreiten schnell voran. “Und wir werden auch hier ganz vorne mit dabei sein”, ist Peters überzeugt.

Info

More Information

Unternehmen: Spidercam Robotics GmbH

Fokus/ Marktführerschaft: Seilrobotik – Entwicklung und Vertrieb

Gründungsjahr: 2007

Standorte:

  • Hauptsitz: Feistritz i. Rosental
  • Niederlassungen: Hamburg, Atlanta / USA, Sydney / Australien

MitarbeiterInnen: 30 fest, 150 Freelancer

Exportquote: 90 %