Richtungsweisend

Mit Verkehrsschildern aus Bambus und Accoya setzt das Kärntner Familienunternehmen ITEK auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Wie es gelingen kann, mit einem ökologischen Produktsortiment auf der Überholspur zu bleiben und welche Rolle dabei der Standort Kärnten spielt.

ECOGUIDE


Wer das südlichste Bundesland Österreichs besucht, trifft auch auf Entschleunigung, auf Slow Food und Menschen, die sich entschieden haben, inmitten einer beeindruckenden Landschaft Pionierarbeit zu leisten. Eine davon ist Elke Kaltenhauser, Geschäftsführerin der Kärntner Firma ITEK. Mit ihrem ökologischen Produktsortiment hat sie die Verkehrsleittechnik revolutioniert. Und das bereits 2011: "Als erster Verkehrszeichenhersteller Österreichs haben wir zu diesem Zeitpunkt die Verkehrszeichen im umweltschonenden Digitaldruck produziert - modern, emissionsfrei und umweltfreundlich. Da waren wir von Kärnten aus Vorreiter und das war nicht immer einfach", so Kaltenhauser. Jetzt ist ITEK auch mit Verkehrsschildern aus Bambus und Accoya auf der Überholspur und wurde dafür ausgezeichnet.

Eine Frage der Ressourcen

Das Bundesland Kärnten setzt schon seit vielen Jahren den Fokus auf nachhaltige Technologien. Was aber bedeutet es für einen spezialisierten Familienbetrieb, sich für die ökologische Produktion von Verkehrsleitsystemen, Schildern zu entscheiden? Es bedeute das Commitment zu hochwertigen, schadstoffarmen Inhaltstoffen, so Elke Kaltenhauser. Darüber hinaus müssen Wille und Ressourcen vorhanden sein, längerfristig zu investieren. "Insgesamt haben wir in den Jahren 2019 – 2021 fast € 600.000,00 in den Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit investiert". Das Unternehmen hat auch bei diversen Stellen um Förderung angesucht und diese erhalten – unter anderem auch beim KWF. Der Großteil waren Eigenmittel.

Und auch sonst setzt der Familienbetrieb auf eigene Ressourcen: Bis zu 95% der in Spitzenzeiten benötigten Stromversorgung für Produktionsprozesse werden durch die ITEK eigene Photovoltaikanlage abgedeckt. Der Jahresdurchschnitt liegt bei 80% Eigenstromversorgung.  

  • Naturraum Kaernten, Wanderwege die über Wiesen und Wälder führen

    Auch die herrliche Landschaft und die hohe Lebensqualität, die Kärnten bietet, waren Gründe für ITEK, um in Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu investieren. 

  • » Auch die Abteilung 8/Umwelt des Landes Kärnten hat uns mit diversen Förderungen unterstützt. «

    NACHHALTIGE IDEEN / ELKE KALTENHAUSER

Kurs auf die Kreislaufwirtschaft

ACCOYA und Bambus können am Ende des Lebenzsyklus als Energieträger eingesetzt werden und sind Beispiele für gelungene Kreislaufwirtschaft, wie die ambitionierte Geschäftsführerin unterstreicht: "Salopp formuliert - wir können unsere Schilder am Ende einfach verheizen, produzieren so noch Energie und müssen nicht energieintensive Recyclingprozesse für die Wiederverwertung durchführen". Dies, so Kaltenhauser, sehen wir auch als unseren Beitrag für eine zirkuläre, biobasierte Wirtschaft, die von künftigen Generationen zurecht eingefordert wird", so Kaltenhauser.

Werden die Verkehrsleitsysteme der Zukunft aluminiumfrei sein und weltweit aus Kärnten stammen? Unsere Vision ist es, dass wir 2030 50% des Verkehrszeichen-Bedarfs in Österreich mit nachhaltigen Materialien abdecken – das wäre schon ein starkes Zeichen. 2022 möchten wir uns auch dem Aufbau eines europaweiten Franchise-Systems für unsere Ecoguide-Linie widmen. Anfragen sind schon da.

Apropos stark: Natürlich reicht eine schöne Landschaft alleine nicht aus, um ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, aber es gibt Kraft für den Alltag. Denn, so Elke Kaltenhauser: "Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist Grundvoraussetzung, um den täglichen Belastungen Stand zu halten und da bietet Kärnten jede Gelegenheit". 

Zum ganzen Interview (auf Englisch)